Brust-Rekonstruktion

Am besten sofort bei der Erstoperation beginnen.


Quelle: Ahmed S. et al.: Breast reconstruction. BMJ 320 (2005)

Die drohende Brustamputation ist für viele Frauen mit das Schlimmste an der Diagnose Brustkrebs. Lassen Sie sich deshalb möglichst frühzeitig und umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten der Brustrekonstruktion beraten. Sinnvollerweise unter Hinzuziehung eines erfahrenen plastischen Chirurgen.

Die Wahl der Methode sollte sich in erster Linie nach der Patientin richten: nach Größe und Form der Brüste, nach der Statur, aber ebenso nach persönlichen Vorlieben und Abneigungen - etwa gegen Silikonimplantate.

Wichtig für Art und Zeitpunkt der Rekonstruktion ist zudem, ob eine Bestrahlung der Brust notwendig ist. Diese begünstigt u.a. die Ausbildung von Zusammenziehungen um die Implantate.

Normalerweise sind für eine Rekonstruktion mehrere Eingriffe erforderlich. Ein sofortiger Wiederaufbau der Brust im Rahmen der Erstoperation ist für die Patientin in der Regel psychisch weniger belastend, kostensparend und bringt ein besseres kosmetisches Ergebnis.

Als Fremdmaterial kann bei kleiner und nicht zu stark hängender Brust ein Implantat eingesetzt werden. Lässt sich dessen Volumen durch wiederholte Injektion von Kochsalzlösung über mehrere Monate vergrößern, wird von einem "Expander" gesprochen, da die Haut mitwachsen kann. Ein Expander kann nach Vergrößerung bei Bedarf ersetzt werden.

Als bisheriges Standardverfahren für die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe ist die TRAM-Lappen-Operation zu bezeichnen. Hierbei wird Unterbauchgewebe zusammen mit einem Bauchmuskelteil zur Brustregion verlagert. Anschließend formt der Chirurg den Lappen entsprechend der normalen Brust. Die Entnahmestelle am Bauch wird direkt verschlossen. Die Narbe verläuft quer über den Unterbauch. Die Operation dauert vier bis sechs Stunden.

Das aktuelle Standardverfahren für die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe ist der DIEP-Lappen. Auch bei dieser Methode wird das Unterbauchgewebe zur Brustregion verlagert.

Im Gegensatz zum TRAM-Lappen besitzt der DIEP-Lappen jedoch keine Bauchmuskelanteile. Dadurch bleibt die Bauchwand in ihrer Struktur intakt und ungeschwächt. Damit der DIEP-Lappen auch nach der Verlagerung vom Unterbauch zur Brustregion mit Blut versorgt wird, muss der Operateur die Lappengefäße mikrochirurgisch mit den Brustwandgefäßen verbinden. Die Methode des DIEP-Lappens eignet sich vor allem für Frauen mit Normalgewicht. Die Operation dauert fünf bis sieben Stunden.

Für eine relativ kleine Brust eignet sich auch der gestielte Latissimus dorsi-Lappen, auch dies eine bewährte Methode der Brust-rekonstruktion. Bei diesem Verfahren wird der Rückenmuskel (Musculus latissimus dorsi = der breiteste Rückenmuskel) nach vorn in die Brustregion verlagert.

Bei der Verlagerung bleibt die Blutversorgung des Muskels erhalten, so dass ihn der Operateur mikrochirurgisch nicht neu an das Gefäßsystem der Brustwand anschließen muss. Die Entnahmestelle am Rücken wird direkt verschlossen. Die zurückbleibende Narbe verläuft quer; durch das Tragen eines BHs lässt sie sich verdecken.

Frauen ab zehn Prozent Übergewicht sind für eine Brust-rekonstruktion nach dieser Methode besonders geeignet. Bei ihnen kann eine Brust ausschließlich mit dem Latissimus dorsi-Lappen und ortsständiger Brust- und Bauchhaut wieder aufgebaut werden.

Etwa sechs Monate nach dem Wiederaufbau der Brust kann, falls gewünscht, auch eine Brustwarze angelegt werden, z.B. aus Gewebe der anderen Brust. Ein Warzenhof wird meist durch intradermale Tätowierung dargestellt.


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