Alle zwei Jahre ein Brustbild

Die Mammographie hilft, Brustkrebs so früh zu erkennen, dass er geheilt werden kann.


Quelle: MTPub, Ausgabe 3 / 2005 S.12, Manuela Arand

Jede Frau zwischen 50 und 70 Jahren sollte alle zwei Jahre eine Mammographie machen lassen, raten Experten. Auch die Krankenkassen haben sich dieser Meinung angeschlossen und zahlen für die Vorsorgeuntersuchung. Wie läuft die Untersuchung ab? Warum muss die Brust dabei so gequetscht werden? Und was sieht der Arzt eigentlich auf den Bildern?

Internationale Erhebungen haben ergeben, dass das Sterberisiko an Brustkrebs halbiert werden kann, wenn Frauen ab 50 Jahren regelmäßig zur Mammographie gehen. Vielfach gelingt es durch die Vorsorge auch, den Krebs zu einem Zeitpunkt zu entdecken, zu dem er noch ganz klein ist. Dann kann so operiert werden, dass die Brust erhalten bleibt.

Bei der Mammographie wird die Brust mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Das Ergebnis kann entweder auf einen Röntgenfilm gebannt oder in digitaler Form im Computer gespeichert werden. Viele Frauenärzte und Röntgenologen setzen auf die neue Digitaltechnologie.

Zur Aufnahme wird die Brust auf den Röntgentisch gelegt und mit einer so genannten Kompressionsplatte zusammengedrückt. Das hat vor allem drei Gründe: Erstens kann man die Strahlendosis umso mehr verringern, je dünner die Gewebeschicht ist, die durchdrungen werden muss. Zweitens wird die Brust so fixiert, dass das Bild nicht durch Bewegungen unscharf wird. Und drittens kann der Arzt die Aufnahme besser beurteilen, wenn die Strukturen, die er sich ansehen will, möglichst nebeneinander und nicht hintereinander liegen.

Strahlenbelastung wie bei Urlaub in den Bergen
Trotzdem sollten Sie es als Patientin nicht einfach still erdulden, wenn Ihre Brust schmerzhaft gequetscht wird. Melden Sie sich, wenn Sie Schmerzen bekommen, damit die Röntgenassistentin die Brust nicht noch weiter zusammendrückt!

In der Regel werden zwei Aufnahme von jeder Brust aus verschiedenen Richtungen angefertigt, damit der Arzt beurteilen kann, ob Veränderungen vorliegen und wo sie sich genau befinden. Die Beurteilung einer Mammographie erfordert genau wie bei jedem Röntgenbild Zeit und Sorgfalt – eine Szene wie in den einschlägigen Fernsehserien, in denen der Chefarzt nur einen Blick auf das Bild wirft und sofort die Diagnose parat hat, werden Sie hoffentlich nie erleben.

Zur Frage der Strahlenbelastung: Die erforderliche Strahlendosis konnte in den letzten Jahren durch immer ausgefeiltere Technik enorm gesenkt werden. Nach Einschätzung des österreichischen Experten Professor Michael Georg Smola von der Universität Graz bekommt eine Frau bei der Mammographie etwa so viel Röntgenstrahlen ab, als wenn sie drei Tage Urlaub in den Bergen macht (im Gebirge treffen den Körper von Natur aus mehr Strahlen als im Flachland).

Verdichtetes Gewebe muss kein Krebs sein
Für die Mammographie wird eine besonders energiearme, „weiche“ Röntgenstrahlung benutzt, die das Drüsengewebe der Brust besser sichtbar macht. So lassen sich auch sehr feine Veränderungen gut beurteilen.

Was kann der Arzt auf dem Mammographie-Bild erkennen? Verdächtig sind verdichtete Stellen im Gewebe und winzige Verkalkungen. Wichtig zu wissen: Ein auffälliger Mammographie-Befund ist noch lange keine Krebsdiagnose! Es kann sich zum Beispiel auch um eine harmlose flüssigkeitsgefüllte Zyste handeln. Man kann versuchen, die Treffsicherheit der Mammographie durch eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung zu erhöhen. Aber letztlich liefert nur eine Gewebeentnahme Gewissheit.

Ein guter Zeitpunkt, um die Mammographie machen zu lassen, ist während oder kurz nach der Regelblutung. Dann haben sich Flüssigkeitseinlagerungen aufgelöst, die in der Zeit vor der Menstruation entstehen können, und die Brust ist besonders entspannt.


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